Virale Werbung?

•Dezember 17, 2009 • 1 Kommentar

Sicher haben die Meisten schon mal etwas von viraler Werbung gehört. Die wichtigste Form heutzutage sind lustige Videos, die sich vor allem in sozialen Netzwerken verbreiten. Jeder schickt den Link zum Video an ein, zwei Freunde. Und so weiter und so fort und am Ende kennen das Video Millionen. Mit anderen Worten: Die Werbebotschaft verbreitet sich „ansteckend“ wie ein Virus.

Das Video, das im aktuellen Aubade-Newsletter verlinkt ist, könnte ebenfalls viral wirken, nur leider fehlt die eindeutige Werbebotschaft. Die Dessousmarke schreibt zwar: „Seit zwei Wochen scheint eine junge Frau Lust zu haben, die verführerischen Randnotizen auf ihre Art in die Tat umzusetzen. Zum Vergnügen der Passanten kennt sie diese Randnotizen nur allzu gut…“, doch weder im Video selbst noch in der Beschreibung findet sich ein Hinweis auf Aubade. Das Ganze ist somit eine Art Insiderwitz, der werbliche Effekt gleich Null.
Sehr seltsam auch, dass im Newsletter die exakte Adresse des Ortes angegeben ist, Paris, 34 rue Montourgueil. Wenn die Dame am Fenster eine Unbekannte wäre, würde die sich selbstverständlich für solcherart „Werbung“ bedanken – schließlich ist zu erwarten, dass dann Abend für Abend hunderte Schaulustige unter ihrem Fenster stehen. Und Aubade ist sicher auch nicht so dumm, eine Klage zu riskieren. Was und wer also steckt hinter diesem Video?

Leider kann ich nicht mal schnell nach Paris fahren, um das Rätsel aufzuklären. Vergleicht man aber die Bilder bei Google Street View (*) mit den Bildern im Video und berücksichtige, dass die Google-Aufnahmen schon etwas älter sind, dann scheint die Ortsangabe korrekt zu sein. Wer also in Paris lebt, der schaue unbedingt mal abends in der rue Montorgueil, Hausnummer 34 vorbei und berichte uns dann, was es dort zu sehen gibt! Ich sterbe vor Neugier… :-(

* Google Street View: auf Google Maps gehen, die Adresse eingeben und dann das kleine gelb-orangene Männlein unter der Windrose auf den gewünschten Punkt ziehen und schon kann man sich direkt vor Ort umschauen. Das geht aber bisher nur in einigen großen Städten (zu denen Paris natürlich gehört); in Deutschland konnte die Funktion aufgrund datenrechtlicher Bedenken bisher nicht aktiviert werden.

Auftr(i)umpfen in Indien

•Dezember 16, 2009 • Kommentar schreiben

Seit einigen Jahren ist die indische Mainstream-Kultur auf Siegeszug in Europa. Die poppig-bunten Bollywood-Filme haben auch Einzug in unsere Kinos gehalten und vermitteln einen wenn auch etwas klischeehaften Eindruck vom Leben auf dem Subkontinent. Doch auch realistischere Darstellungen wie „Slum Dog Millionaire“ haben ihre Fans gefunden.
Leider wird es nur wenigen Indien-Freunden möglich gewesen sein, bei der Dessous-Präsentation der deutschen Marke Triumph in Mumbai (Bombay) zuzuschauen. Dort bot sich ein farbenprächtiges Spektakel, inszeniert von der Bollywood-Regisseurin Farha Khan, die aus dem Modeevent eine Zirkusvorstellung machte. Die Bühne verwandelte sich in eine Manege mit Feuerschliuckern und Clowns und natürlich mit den Models, die zu ihren sexy Dessous knallbunte Strümpfe und Schuhe trugen..

Link

Das erste Dessous – das Feigenblatt

•Dezember 9, 2009 • Kommentar schreiben

Ich habe grad im Netz einen sehr schönen Artikel zum Mythos des Feigenblattes gefunden. Wer erinnert sich nicht an den pflanzlichen Sichtschutz an delkaten Stellen antiker Skulpturen? Doch die meisten Scham-Bedeckungen in den Museen und Ausstellungen hierzulande waren keine Feigenblätter sondern Wein- und Ahornblätter…

Das Rascheln der Feigenblätter

Quelle: NZZ FEUILLETON Montag, 18.09.2000 Nr.217, S. 29

Auf der Haut, unter die Haut

•Dezember 7, 2009 • Kommentar schreiben

Große Fußballvereine verdienen sich mit Merchandising eine schöne Stange Geld hinzu. Trikots aller Spieler, Fahnen, Schals, Mützen. Der spanische Erstligaverein Real Madrid, derzeit auf Platz zwei in der Primera División, geht im nächsten Jahr vermarktungstechnisch in die Verlängerung. Der spanische Rekordmeister will ab März 2010 seine Fans mit einer eigenen Unterwäschekollektion einkleiden. Es soll Dessous in Weiß und Schwarz geben, mit aufgedruckten Symbolen des Vereins sowie – passend zum Tornetz – Reizwäsche aus einem netzartigen Gewebe. Zu erhalten ist die königliche Unterwäsche in Spezialgeschäften, in Real Madrid-Läden und übers Internet. Wer will kann also in Kürze zeigen, dass ihm die Begeisterung für Real ganz tief geht. Jetzt bin ich nur gespannt auf die ersten Bilder von der Fußballwäsche…

Marisa Miller im Magerwahn

•Dezember 3, 2009 • Kommentar schreiben

Vor genau zwei Jahren debütierte Marisa Miller als Model für Victoria’s Secret auf dem Laufsteg und präsentierte die Bademode der exklusiven Wäschemarke. Die Leser des Magazins Maxim wählten die Kalifornierin 2008 gar zur schönsten Frau der Welt. Doch wenn man aktuelle Bilder von dem einstmals so weiblich gefromten Modell sieht, dann ist von der runden Pracht nicht mehr viel geblieben. Wie lange dauert es eigentlich noch, bis die jungen Frauen kapieren, dass sie zum Skelett abgemagert nicht sexy sondern nur hilfsbedürftig aussehen. Für welche Dessousmarke will Marisa Miller mit ihrem kaum noch sichtbaren Busen jetzt eigentlich Werbung machen? Ein weiteres Opfer des Magerwahns

Hier noch was zum Ausgleich:

Widerspruch, Frau Knuppe

•November 30, 2009 • Kommentar schreiben

„Man muss sie ganz schnell ausziehen können“, antwortet Franziska Knuppe auf die Frage, was das Wichtigste an guten Dessous sei. Ob Auftraggeber Triumph über diese Aussage so glücklich ist? Denn das in Rostock geborene Topmodel wirbt derzeit für die Weihnachtskollektion des Unterwäscheherstellers.

„Privat trage ich sehr gern schöne Unterwäsche… einfach um sich mal wieder ein bisschen unter den Sachen wohl und ein bisschen hübsch zu fühlen“, gesteht Franziska Knuppe. „Man steht ja auch selber vor dem Spiegel und sagt: Ach Mensch, es ist schön, dass man mal wieder was Schönes drunter hat.“ Allzu viele Accessoires wie Schleifchen und Strapse mag die 34-Jährige jedoch nicht. Sie findet, dass Dessous nicht zu kompliziert sein sollten, eben weil man sie auch relativ schnell ausziehen können muss. Muss man das wirklich? Ist es nicht eher so, dass das langsame Ausziehen besonders lustvoll ist?
„Exklusive Spitzenserien mit Kristallmotiven, goldunterlegte Satinware und schimmernde Accessoires setzen dem Jahresende 2009 eine glänzende Krone auf“ – mit diesen Worten bewirbt Triumph seine mit Goldglanz durchtränkte „X-Mas-Collection“. Das ist kaum übertrieben: Die Serien „Exclusive Shine“, „Brillant Shine“ und „Satin Shine“ machen ihrem Namen aber auch wirklich alle Ehre – Triumph präsentiert wunderschöne Wäschestücke aus raffiniert kombinierten Materialien. Verführerische Hipster, sinnliche Push Ups, verspielte Slips, sexy Hemdchen – diese Dessous sind eigentlich viel zu schade zum Ausziehen!
Wie auch immer die Kundschaft zur Geschwindigkeit beim Ablegen der Dessous steht: Mit jedem gekauften Teil unterstützt sie dank Triumph die Aktion „Tribute To Bambi“, die sich für Kinder in Not in Deutschland einsetzt. Das ist eine gute Sache – da gibt es keinen Grund zum Widerspruch.


Franziska Knuppe mit der 2008er Triumph-Kollektion

Unorthodox aber erotisch

•November 25, 2009 • Kommentar schreiben

In Israel ist es ziemlich heiß – klimatisch und politische gleichermaßen. Für letzteres tragen die orthodoxen Juden des Landes mit ihrer oftmals unversöhnlichen Haltung einen nicht unwesentlichen Teil der Verantwortung. Der religiöse Verhaltenskodex verlangt von den Frauen der strenggläubigen Gemeinschaft, wenn sie verheiratet oder verwitwet sind, unter anderem in der Öffentlichkeit stets eine Kopfbedeckung oder eine Perücke zu tragen. Eine von vielen rigiden Vorschriften, die das Leben der Gemeinden regeln. Anfang des Jahres wollten Ultraorthodoxe gar eine strikte Geschlechtertrennung im Alltag durchsetzen – so dürfen Frauen auf einer von einem Privatunternehmen betriebenen Buslinie nur an der Hintertür einsteigen und ausschließlich im hinteren Teil des Gefährts sitzen. Doch auch in staatlichen Bussen gab es Bestrebungen, diese Trennung durchzusetzen, dabei handeln die meisten Israelis säkular und empfinden diese Aktivitäten als lästig und überflüssig.
Kein Wunder also, dass bei den orthodoxen Juden die neue Anzeigenkampagne von Passionata auf wenig Gegenliebe stieß. Für die Wäschemarke präsentiert sich das israelische Top-Model Bar Refaeli in heißen Dessous und mit halterlosen Strümpfen. Da die Orthodoxen das als „zu sexy“ empfanden, sind die Plakate im Heimatland der Ex-Freundin von Leonardo DiCaprio nicht in der Öffentlichkeit zu sehen. Das ist gar nicht heiß, sondern ziemlich bescheuert…

Dessous selbstgemacht

•November 16, 2009 • Kommentar schreiben

Die Zeiten, in denn Frauen sich ihre Kleider noch selbst schneiderten, sind wohl so ziemlich vorbei. (Männer konnten das noch nie gut, es sei denn sie verdienten ihr Geld als Schneider.) Trotzdem möchte ich der geneigten Leserschaft nicht mein Internetfundstück vorenthalten:
THE PRACTCAL CORSETIERE – A Complete And Practical Method on Designing, Patternmaking And Grading for Girdles, Corsets, Corselettes, Bandeaux, Brassieres, Inner Belts Health Belts, Maternity and Surgical Corsets with Special Measurements for Short and Stylish Stouts„.
Falls sich jemand an die Aufgabe wagt, eines der Stücke nachzuschneidern, dann würde ich mich über die entsprechenden Bilder vom Ergebnis freuen ;-)

Großer Busen, großes Hirn?

•November 13, 2009 • Kommentar schreiben

Was die Amerikaner nicht so alles erforschen und dabei herausfinden! In Chicago hat jetzt eine Wissenschaftlerin (!) herausgefunden, dass Frauen mit großen Brüsten „smarter“ sind. Laut Wörterbuch bedeutet „smart“ ja „schlau, witzig, pfiffig, klug“ oder anders ausgedrückt: Umso größer die Cups umso aktiver der Kopf.
Die Studie umfasste Untersuchungen an 1.200 Probandinnen, die in fünf Gruppen von sehr klein bis sehr groß eingeteilt wurden. Für den Befund bietet die Forscherin folgende Erklärung an: „…it was possible such women were smarter due to the higher level of female hormones that could result in better development in the brain” – es ware möglich, dass Frauen mit größeren Brüsten schlauer sind aufgrund des höheren weiblichen Hormonspiegels, aus dem ein bessere Entwicklung des Gehirns resultieren könnte. Eine lausige These, bleibt die Studie doch die Aufklärung des Zusammenhangs zwischen Hormonspiegel und Gehirnwachstum schuldig. Wissenschaftlich haltbar ist dieses Ergebnis wohl nicht. Seltsam ist zudem, das alle Quellen, die über die Studie berichten, eine obskure Zeitung aus Singapor zitieren (Sin Chew Daily), die ihrerseits weder den Namen der Wissenschaftlerin nennt, noch das Institut, an dem diese wirkt. Am Ende stellt sich das Ganze als Fake heraus oder als gezielte Kampagne eines Herstellers für Unterwäsche in großen Größen…

PS: Was ich mir vorstellen kann, ist dass Damen mit größerem Busen häufig wesentlich mehr Selbstvertrauen haben, als ihre Geschlechtsgenossinnen mit kleinen Cups. In diesem Zusammenhang scheint mir „smart“ auch eher der passende Terminus zu sein, denn sonst hätte man wohl den Ausdruck „intelligent“ gewählt.

trend-underwear.ch stellt sich vor

•November 5, 2009 • Kommentar schreiben

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