Pakete für Hanro

Reichlich Ärger scheint dem Unterwäschehersteller Hanro bevorzustehen. Der Schweizer Zoll beschlagnahmte mehrere an das Unternehmen gerichtete Pakete mit Lingerie, zuletzt eine 380 Kilogramm schwere Sendung. Das Problem: Die Marke wirbt mit dem Slogan „Hanro of Switzerland“, doch was den Zusatz betrifft, da sind die Eidgenossen sehr empfindlich. Das Prädikat darf nur verwendet werden, wenn 50 Prozent der Produktionskosten in der Schweiz anfallen und der wichtigste Produktionsschritt – das wäre in diesem Falle das Nähen der Unterwäsche – im Land stattfindet. Produziert wird die Hanro-Wäsche jedoch zum großen Teil in Portugal.
Dem Unternehmen droht nun ein Strafverfahren. Zwar findet sich ein Hinweis auf den Ort der Produktion – Made in Portugal – auf der Wäscheverpackung, doch es ist nicht unwahrscheinlich, dass Hanro wegen Verletzung des Schweizer Markenschutzrechtes belangt wird.

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~ von dessousblog - 6. Juni 2011.

4 Antworten to “Pakete für Hanro”

  1. ich habe bei meiner Hanro Wäsche nachgeschaut, da steht innen, winzig klein, Made in Portugal, habe aber ich Hanro Wäsche, die in Ungarn und Bulgarien hergestellt wurde.

  2. Mit anderen Worten: So unberechtigt ist die Kritik nicht…

  3. Hey Leute, die Marke heißt nunmal seit ewigen Zeiten „HANRO of Switzerland“ weil sie dort entstand. Regt sich heutzutage noch Irgendwer auf, wenn nicht jeder Benz von fleissigen Schwaben zusammengebastelt wird? Würde Mercedes behaupten, dass es so sei & dann benutzte chinesische Stäbchen im Handschuhfach auftauchen … O.K., das wäre eine Sauerei, aber HANRO – hab eben nochmal nachgeschaut – etikettiert mit schweizer Präzision und in üblicher Größe „Made in Portugal“. … und wenn wir noch mehr Zeit mit Albernheiten vertun wollen: hab eben in meinem ESCADA Fummel nachgeschaut: „Made in Slovenia“, bei BOSS WOMAN „Made in Turkey“ … who cares, wenn die Qualität stimmt ? In diesem Sinne: calm down and enjoy your life !!! Herzliche Grüße, Eure Marie

  4. Liebe Marie, ich bin ganz ruhig. Ich habe mich auch nicht erregt, sondern nur die Meldung weiter gegeben. Wenn Du mal den Text liest, der aus dem Beitrag verlinkt ist, wirst Du feststellen, dass ein Herr „Thomas Minder, Eigentümer der Kosmetikfirma Trybol und Vater der «Abzocker-Initiative»“ die Sache zur Anzeige gebracht hat (http://www.volksinitiative-gegen-die-abzockerei.ch/). Ehrlich gesagt, habe ich da auch ein gewisses Verständnis dafür, denn es ist ja eine Wettbewerbsverzerrung mit der Schweizer Qualität zu werben und in einem Billiglohnland produzieren zu lassen. Mal sehen, ob vor Gericht das Argument zieht, dass Hanro schon lange den Zusatz „of Switzerland“ verwendet und sozusagen ein Gewohnheitsrecht hat oder ob Minder Recht bekommt und das Ganze als Verstoß gegen das Schweizer Markenrecht geahndet wird. (Gesetze sind übrigens dazu da, dass man sich dran hält.) Das kann ich sowieso nicht beeinflussen, nur zur Kenntnis nehmen.
    Dass die globale Textilindustrie keine weißen Schafe sind, ist mir klar. Aber wenn man alles als gegeben hinnimmt, dann bleibt es halt auch so oder wird gar immer schlechter, s. http://www.markenfirmen.com/. Mit Hanro trifft es in diesem Fall – und da gebe ich Dir Recht – wahrscheinlich die Falschen, denn immerhin produziert man noch in der EU und verbirgt den Produktionsstandort Portugal auch nicht…

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