Wehrhafte Wäsche

Nicht selten geschieht es, dass Frauen Opfer von Grabschern werden, manchmal passiert auch viel Schlimmeres. Zum Schutz vor Belästigern hat die indische Studentin Manisha Monhan mit zwei Kommilitonen Unterwäsche entwickelt, die mittels Elektroschock Angreifer abwehren soll. Doch das ist noch längst nicht alles, denn ein eingebauter GPS-Sender kann zudem den Aufenthaltsort der Trägerin übermitteln.
Die Schutz-Wäsche funktioniert mittels Drucksensoren, die den Elektroschock auslösen. Etwas schwierig stelle ich mir allerdings vor, wie praktikabel das Ganze in öffentlichen Verkehrsmitteln ist, wenn diese in der rush hour überfüllt sind. Da kann es sicher ab und zu mal passieren, dass ein Unbeteiligter zu Boden geht, denn die Techno-Dessous erzeugen eine Spannung von 3.800 Kilo-Volt. Zum Glück lässt sich das Gerät aber auch abschalten.
Interessant fand ich die Frage, mit welcher Art von Stromversorgung man solch großen Spannungen erzeugt. Laut Wikipedia ist dies relativ einfach möglich, denn selbst handelsüblichen Batterien von wenigen Volt erzeugen, mit Transformator und Spule kombiniert, die gewünschten Effekte. Im Internet findet man bei entsprechender Suche schnell entsprechende Anleitungen, wie sich wirksame Elektroschocker aus einfachen Bauteilen herstellen lassen (was man aber wohl besser sein lässt, denn ganz ungefährlich ist das nicht!). Technisch ist das alles andere als kompliziert; den „Gandhian Young Technological Innovations Award 2013“ haben die jungen TechnikerInnen wohl in erster Linie dafür bekommen, dass sie sich des Problems annahmen.
Für die Trägerin selbst sollen die Schock-Dessous ungefährlich sein, denn die Innenseite ist durch einen entsprechenden Kunststoff isoliert. Ob diese Isolation allerdings auch zuverlässig beim heftigen Monsun-Regen oder bei starkem Schwitzen funktioniert? Ich möchte das ehrlich gesagt nicht ausprobieren. Da würde ich mich lieber auf ein Handgerät verlassen, das hervor zu kramen im Bedarfsfalle dann allerdings vielleicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt…
Der Prototyp der Erfindung soll in einem ersten Schritt verkleinert und das ganze Dessous „waschbar“ und damit alltagstauglich gestaltet werden. Als Weiterentwicklung planen die drei jungen Leute zudem, ihre wehrhafte Wäsche noch mit dem Smartphone zu verbinden, das dann entsprechende Botschaften versenden kann. Gerade dann sollte das Gerät unbedingt störungsfrei funktionieren. Denn wenn man sich vorstellt, dass bei der Polizei eine große Zahl an Fehlmeldungen eingeht, dann ist damit zu rechnen, dass diese nicht mehr Ernst genommen werden.

Alles in allem eine eher zweischneidige Angelegenheit, die vielleicht auch nur Sicherheit vorgaukelt. Denn seien wir ehrlich: Was nützt ein Notsignal per GPS oder Telefon, wenn die Polizei dreißig Minuten bis zum Ort des Geschehens braucht? Und wenn ein Angreifer ausgeschaltet wurde, ist der nächste vielleicht ein Stück klüger und benutzt Handschuhe oder schützt sich auf anderem Wege. Langfristig führt also kein Weg daran vorbei, dass sich die gesellschaftlichen Umstände ändern, so dass solche Gerätschaften einfach unnötig werden.

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~ von dessousblog - 11. April 2013.

Eine Antwort to “Wehrhafte Wäsche”

  1. […] Die Vergewaltigung und Ermordung einer jungen Frau in Indien hat weltweit für Entsetzen gesorgt. Nun sollte man hoffen, dass dieser Fall für ein Umdenken in Indien sorgt, über die Stellung der Frau in der Gesellschaft und über ihren Schutz. Darauf, dass sich wirklich etwas ändert, wollen einige Studenten nicht warten, weshalb Sie Unterwäsche entwickelt haben, die vor sexuellen Übergriffen schützt. In die BHs und Höschen sind Sensoren eingebaut, die bei starkem Druck Elektroschocks auslösen, ein GPS ermöglicht zudem die Ortung der Trägerin (ein ausführlicher Artikel findet sich hier). […]

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